Wer die Wahl hat, hat die Qual? Oder doch besser die Chance, etwas zu ändern?
Also, ich war krank, mein PC leider auch. Ich konnt ja viel nachdnken, aber der PC konnte Dir meine Gedanken nicht schicken.
Nun ganz kurz zu den morgigen Wahlen in Österreich. Die großen Parteien sind ja bestens bekannt und du findest sie auch leicht im Internet. Doch kennst Du die schon: „Die Christen“ (Hier ihre Homepage mit ihrem Programm)? Sie verstehen sich als Ideenbringer zur Regierung. Es hat sich gelohnt, dort nachzusehen. Sie habe kreative Alternativen. Am meisten ist mir das Umschichten von Kinderkrippengeld zu Müttergehältern aufgefallen. Denk doch mal! Mütter sind immer besser als die noch so gute Horttante oder Krippenbetreuerin. Ist schon cool. Ich als Pflegemutter bekam ja auch eine Anstellung. (Und zusätzliche Ausbildung und Supervisionen und Gesprächsrunden, verfplichtend, natürlich, zur Qualitätssicherung. Dabei dachte ich manchmal, das könnten „normale“ Eltern auch gut brauchen.)
Eine kritische Bemerkung zu dem Grundsatzpapier einer Großpartei kann ich mir doch nicht verkneifen: Zitat von Seite 15: „Es kann nicht darum gehen, betroffenen Frauen strafrechtliche Konsequenzen anzudrohen: Frauen in Notlagen (und die dazugehörenden Männer) brauchen Hilfen und keine Drohungen.“ (S. 15). Damit kann ich nur voll übereinstimmen. Den Frauen kann man nicht mit Strafen drohen. Aber warum eigentlich den Frauen und deren Partnern, die in Not sind? Warum nicht den Ärzten, die an Abtreibungen verdienen, bitte? Meine Gedanken dazu: Wo war denn die Hilfe, als eine fast 18-jährige letzten Herbst erst (nicht etwa vor der Regierung der ÖVP unter Kanzler Schüssel), die ihr Kind gerne behalten hätte – und ebenso ihr Partner! – zur Abtreibung geführt wurde wie zu einer Schlachtung. Niemand half. Leider hat sie erst nachher mit mir darüber geredet und wir haben beide das Ultraschallbild angeschaut und geweint! Wieso hat sie vorher jeder von eventuell anders über Abtreibung denkenden isoliert? Wieso wurde sie nicht zu einer Beratungsstelle geschickt, die ihr auch die andere Seite der Abtreibung geschildert und ihr Hilfe angeboten hätte. Die Lobby der Ungeborenen tritt halt nicht so groß in Erschienung!
Werden sie, die Verantwortlichen der ÖVP, die Gedanken zur Hilfe (fairerweise muss ich das auch erwähnen, dass dort auch Gedanken geäußert werden, wie Abtreibung durch bessere Beratung der Frauen und andere Hilfen herabgesetzt werden kann) umsetzen. Zeit hätten sie ja schon viele Regierungsjahre lang gehabt.
Es ist halt viel einfacher, ein Kind „wegzumachen“, als der Mutter und dem Vater mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, damit dieses Kind auch ein geborgenes glückliches Leben führt.
Hallo!!!!! Ich kann mir nicht vorstellen, wie man als Arzt noch vernünftig denken kann, wenn man eine Patientin damit beruhigt, dass der Herzton des Kindes gut zu hören ist und dann die nächste damit, dass er nicht mehr zu hören ist.
Dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften ganz fix im Programm sind, findest Du auf Seite 14. Etwas einfach nur nicht zu belangen ist nicht eine Besserung, ist keine Hilfe für die Betroffenen. Es noch dazu zu etwas ganz und gar Richtigem zu stempeln, hilft nicht, sondern man führt damit homosexuelle Menschen in ein Ghetto, denn der Dialog funktioniert nicht mehr, weil man ja nicht sagen darf, dass es etwa auch einen Weg heraus geben könnte. Man muss es ja nicht einmal Heilung nennen. Ich muss mich ja dann hüten, zu sagen, dass ich lieber hetero bin und dass ich auch Leute kenne, die schon beides waren und jetzt froh sind, hetero zu sein, sprich verheiratet und Kinder und so. Und die mir erzählt haben, dass z. B. homosexueller Missbrauch in ihrem Kindergartenalter dazu geführt hat, dass er/sie homosexuell orientiert wurden. Das Erlebnis wurde verdrängt und er/sie hätte lange denken können, er/sie wäre halt so veranlagt. Es gibt übrigens auch Leute, die so etwas dann bewältigt haben und sogar zur Hilfe anderer Ihre Geschichte veröffentlichen. Falls Du da mehr wissen willst. Schreib, ich kann dir dann auch Namen nennen.
Noch eine interessante Diskussion von ÖVP-Chef Wilhelm Molterer mit Jugendlichen (ausführlicher Bericht) und die Rede von Nationalratsabgeordnetem Klement, der aus der Partei der FPÖ ausgeschlossen wurde, weil er vom „Gender-Wahnsinn“ gesprochen hat.
Literatur: „Die Gender Revolution“ von Gabriele Kuby
Ich wünsche dir noch ein schönes Wahl-Wochenende und ein gutes Gewissen.