Das Mittagessen ist vorbei, alle sind satt und zum Teil schon wieder unterwegs mit Freunden. Die richtige Zeit zu bloggen! Das ist auch so eine Tankstelle für mich, zum Beispiel, um meine jüngste Erkenntnis über mich selbst loszuwerden:
Als ich gerade beim Bügeln war, kam mein Mann mit zwei so verlockend aussehenden Kirschtortenstücken nach Hause. Aber im Teig waren Schokostückchen. Leider! Da konnte ich nicht mitessen. Leicht enttäuscht wandte ich mich wieder den Blusen und Hemden zu.
Da schoß mir ein unerhörter Gedanke durch den Kopf: „Dass du jetzt nicht mitessen kannst, das hast du dir selber vermasselt!“ “Wieso ich? Ich dachte doch, du hättest gesagt, dass ich nicht mehr soll? Und weil ich dich mehr liebe als Schokolade und Deine Liebe mir kostbarer ist, habe ich das ja auch gern getan.“ reagierte ich in Gedanken. Seit über 10 Jahren esse ich keine Schokolade mehr.
Dann kam mir der Gedanke, dass ich ja die Schokolade missbraucht hatte, um meine Seele zu füllen, wozu sie ja gar nicht imstande ist. Als ich das bemerkte, war ich schon schokoladesüchtig. Ich konnte sicher nicht mehr ohne. Auf einmal wusste ich, wie es Rauchern oder Alkoholikern geht. Nur dachte ich, bei mir ist es ja nicht so schlimm. Doch Gott dachte anders. Aber er hatte viel Geduld und wartete, bis ich ihn gut genug kannte und vertraute, dass er meine Seele füllt. Dann sagte mitten in eine Versammlung von mehrern hundert Leuten hinein die Leiterin, die mich nicht kannte, etwa so: „Ich habe für jemanden dies: du bist schokoladesüchtig und du weißt es auch. Bekenne es, verstecke es nicht. Gott will dich davon befreien.“ Ich wußte, dass Gott mich meinte. Im Gebet versprach ich dann Jesus, zuerst zu ihm zu kommen, bevor ich zur Schokolade greife. Das tat ich dann auch – oft mehrmals am Tag! Da wurde mir klar: Nie wieder Schokolade! Und die ich gerade gekauft hatte, aß ich nicht mehr.
Zuerst dachte ich, dass die Schokoladesucht so viel Aufhebens gar nicht wert wäre. Denn ich hatte ja ganz andere Probleme! Aber Gott wusste besser als ich, wie wichtig es war, diesen falschen „Seelentröster“ nicht mehr zu haben. So konnte ich nicht mehr zur Schokolade ausweichen, wenn ich mich traurig, enttäuscht, überfordert oder nicht geliebt fühlte. Und Jesus war immer da! Die Heilung meiner ganzen Persönlichkeit begann und die anderen Probleme kamen dran. Also bin ich jetzt so was wie ein „trockener“ Schokoholiker. Und so erlebe ich das auch. Ich lese genau, was wo drin ist und es gibt so vieles, wo Kakao drin ist! Aber ich habe jetzt andere Vorlieben entwickelt und entdeckt, wie köstlich zum Beispiel ein Pfirsich schmeckt. Oder exotische Früchte. Oder Joghurtdrink mit Karotten und Apfel. Oder Obstsalat. Oder, oder … Das ist mir früher alles entgangen.
Ja, also, habe ich es selbst vermasselt? Oder hat sie mir doch Gott weggenommen? Ja! Denn wenn ich die Schokolade nicht missbraucht hätte, dann hätte er sie mir nicht weggenommen. Und ich hätte die Kirsch-Schoko-Torte gegessen. Aber so war es nicht. Er ist gut zu mir gewesen, als er die Schokolade weggenommen hat. Und bei der Wahrheit muss ich bleiben.

[...] und Kämpfe mit einbrachten. Ich bemerkte, dass ich als “Schokoholiker” (lies hier nach) nur den Namen des “Suchtmittels” weglassen musste und schon war ich mitten in der [...]