Gestern waren wir bei Freunden und bei wunderbarer Gemeinschaft kam auch das Gespräch auf Himmel und Hölle. Da hörte ich einen Vergleich von Werner Gitt: Die Hölle ist nicht wie das gesellige Zusammensein von Gleichgesinnten, es ist wie eine Einzelhaft. Das brachte mich auf den Gedanken des dritten Teils der Moderation aus der Hölle:
Moderator allein auf der Bühne:
„Nun, wo bleiben sie denn alle vom letzten Mal, die begeisterten Höllensucher. Oder gibt es eine Meuterei? Na die werden wir schon in den Griff kriegen! Letztes Mal haben sich ja unzufriedene Stimmen gemeldet. Jemand hätte ihnen was weggenommen. Jemand hätte ihnen weh getan! So ein Kleinkinderkram. Das ist doch nichts für richtig Große, diese Beschwererei. Ich bin doch nicht ihr Babysitter! Da müssten sie schon zu Papa gehen. …
… Sie sollten doch schon längst hier sein. Denn jetzt geht es doch erst so richtig los. Ist denn da so wenig Interesse? Das kann ich nicht glauben.
Nach einiger Zeit: So etwas! Da ging ich nachschauen und die sitzen doch glatt hinter hohen Mauern – ein jeder hinter seiner eigenen mit seinem Kram. Wovor fürchten die sich eigentlich, dass sie sich selbst einsperren? Mit denen kann ich wirklich nichts mehr anfangen. Sie sind selber Schuld!
Starten wir also gleich mal die Runde für die nächsten Neuankömmlinge!
Hereinspaziert, meine Damen und Herren! Hereinspaziert. Kommen Sie nur ruhig näher! Gleich beginnt die Führung durch dieses weite Areal, das Sie als ihr Domizil ausgewählt haben. Was Sie sich wünschen, ist hier vereint. Kommen Sie nur. Lernen Sie die Vorzüge des Lebens hier kennen! … O, wie bitte? Eine Frage? Jawohl! Was hinter den Mauern ist? Ach so. Niemand. Ich hab noch nie jemanden von dort herauskommen sehen. Da können Sie ganz beruhigt sein. …“
Doch es war keine Ruhe im Lande.
Nach einigen Wochen: (Moderator leise zu sich selbst) „Da sind sie ja wieder, sie alle! Der Hunger trieb die einen aus ihren Löchern und die anderen dazu, die Mauern zu durchbrechen, hineinzusteigen in die Comfortzone der ersteren. Der Kreislauf hat sich eingespielt. Der ewige Kreislauf von „Gut und Böse“, das Wechselspiel von Aggression und Regression. Keiner kann ohne den anderen und doch kann keiner mit dem anderen. (Laut zu allen) Weidmanns Heil!
Sie haben gewählt! Sie haben uns ihr Vertrauen geschenkt! …“
